Selbstfürsorge im Alltag: 16 Tipps
Selbstfürsorge im Alltag: 16 Tipps

Selbstfürsorge im Alltag: 16 Tipps

Seit ich meine Tagebuchstruktur verändert habe Frage ich mich jeden Morgen: „Was tue ich heute Gutes für mich?“ Dabei habe ich festgestellt, dass meine Vorstellung von Selbstfürsorge durch soziale Medien wie YouTube, aber auch durch verschiedenste Blogartikel zu dem Thema, sehr eingeschränkt ist. Auf den genannten Plattformen wird „Selfcare“ mithilfe von Konsumgütern wie Gesichtsmasken, gesundem Essen, Büchern oder aber immateriellen Werkzeugen wie Sport und einer gesunden Ernährung sowie Meditation beworben und empfohlen. Wenn du diese Sachen gerne tust und sie dir guttun freut mich das. Mich haben diese Vorschläge häufig (un)bewusst unter Druck gesetzt und ich vermute, dass das nicht nur mir so geht…
Deshalb möchte ich dir in diesem Artikel verschiedene Möglichkeiten für Selbstfürsorge aufzeigen, für die du dir einen Moment Zeit nehmen und so hoffentlich einfach in deinen Alltag integrieren kannst.

Anmerkung: Ich verwende hier den Begriff Selbstfürsorge, auf Social Media ist das Thema aber bekannter als Selfcare.

1. Kontakt zu Freund*innen oder Familienmitgliedern aufrechterhalten

Gerade hier am Internat merke ich, wie wichtig mir ein wöchentlicher Austausch mit meiner Familie ist und wie schnell ich das auch vergesse. Dabei habe ich gemerkt, dass es häufig gar nicht nötig ist, sich viel zeit dafür zu nehmen. Viele Menschen freuen sich einfach zu hören, was ich gerade mache, wie es mir geht und wie die letzte Woche so verlaufen ist, und so dauern manche Telefonate nur 5 bis zehn Minuten. So kannst du auch Wartesituationen im Alltag nutzen, um Menschen zu kontaktieren, die dir wichtig sind. Für einen intensiven Austausch ist es schön, mehr Zeit dafür einzuplanen.

2. In Ruhe eine Tasse Tee trinken

(oder was immer du gerne trinkst 😉)

Im Alltag trinke ich meine Tee häufig ganz zum Schluss, weil ich danach schnell zur nächsten Unterrichtsstunde gehen muss. Dabei ist es schön entschleunigend, sich dafür Zeit zu nehmen und den Tee zu genießen.

3. Dein Zimmer aufräumen und putzen

Es mag nach Arbeit klingen und das ist es auch. Mir gibt es allerdings ein ungemein gutes Gefühl, mich in meinem sauberen Raum aufzuhalten und der Prozess des Aufräumens ist auch sehr befriedigend für mich. Dabei reicht es mir persönlich schon, jeden Tag ein bisschen dafür zu tun und eine Oberfläche abzuwischen, wenn ich wenig Zeit habe. Das dauert nur 5 Minuten und macht doch einen Unterschied.

4. Deine Woche vorbereiten

Ich nehme mir gerne am Sonntag Zeit, um meine kommende Woche zu planen: Dabei aktualisiere ich meinen Kalender, trage Termine ein, schreibe auf, was in der nächsten Woche ansteht und priorisiere meine Aufgaben, um einen besseren Überblick zu bekommen und mich vorbereitet zu fühlen. Das ist eine etwas zeitintensivere Geschichte, aber ich weiß, dass ich am Ende davon profitiere, weil ich (gefühlt) mein Leben besser im Griff habe und mich sicherer fühle, sodass ich auch gut entspannen kann. Wenn du weniger Zeit in Planung investieren willst, kannst du auch einfach ausprobieren, wie es sich anfühlt einfach einen Plan für den nächsten Tag machen und ob dir das hilft.

5. Tagebuch schreiben

(oder Gedanken aufnehmen, das funktioniert für mich manchmal besser)

Ich schreibe (wie du vielleicht schon aus diesem Blogeintrag weißt) morgens und abends Tagebuch und stelle mir dabei je drei unterschiedliche Fragen, die aber von tag zu Tag konstant bleiben. Für mich ist das eine minimale Struktur, die mir sehr guttut. Ein weiterer Vorteil ist für mich, dass ich genau weiß, welche Fragen ich mir stelle, sodass dieser Akt der Selbstreflektion mittlerweile als Routine in mir verankert ist.

6. Umgang mit Problemen und Konflikten

Wenn ich ein Problem oder Konflikt in meinem Leben habe, ist es befreien für mich, mir das einfach zu erzählen und mir danach vorzustellen, was ich mir sagen würde, wäre ich eine gute freundin*ein guter Freund. Das mache ich auch gerne mittels einer Audioaufnahme mit meinem Handy. Im Gegensatz zum Tagebuschschreiben mache ich das allerdings in unregelmäßigen Abständen: dann, wenn ich merke, dass ich es brauche.

7. Duschen und deinen Körper und die Pflege genießen

Vor wenigen Jahren noch war mir ein gepflegtes Äußeres unwichtig und ich musste ich regelrecht zum Duschen überwinden. Heute ist das manchmal auch der Fall, wenn es spät ist und ich komplett vergessen habe, dass ich mich noch duschen wollte. Aber wenn ich das dann tue, genieße ich es sehr und schenke meinem Körper gerne die Aufmerksamkeit, die er verdient. Dabei meine ich nicht, dass ich ganz spezielle, teure Produkte verwende, sondern dass ich viel mehr meine Körper wertschätze, wie er ist und das Einseifen und Abwaschen bewusst wahrnehme und genieße.

8. Einfach mal nichts machen/ auf deinem Bett liegen

Dieser Punkt ist selbsterklärend, oder?

9. Deinen Lieblingspodcast hören (meiner ist Mordlust😉)

Für mich ist das eine gute Belohnung für eine vergangene Woche und eine schöne Beschäftigung fürs Wochenende.

10. Musik hören (oder auch machen)

Auf der anderen Seite erlebe ich Musik als gutes Ventil für meine Stimmung, auf der anderen Seite hat Musik auch eine motivierende oder beruhigende Wirkung auf mich, je nach dem, was ich höre. Wenn du eine bestimmte Musik mit einer Aktivität verknüpfst, kann sie auch zum Ritual für dich werden. Ein Beispiel: wenn du Album x immer zum lernen und Album y zum einschlafen hörst, ist Album x nach einer gewissen Zeit mit lernen verknüpft und hilft dir, in den Flow zu kommen, während Album y dich beruhigt und schläfrig macht.

11. Schlafen

Schlaf ist unglaublich wichtig und doch knipse ich hier oft als erstes die Zeit ab, wenn sie mir woanders fehlt. Doch wir brauchen Schlaf, damit wir gesund bleiben und tagsüber fit sind für das, was uns erwartet.

12. Zeit mit Freund*innen verbringen

Auch dieser Punkt ist wichtig für uns alle: denn wir Menschen sind soziale Wesen und brauchen Menschen um uns herum für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Denn Einsamkeit ist tödlicher als Luftverschmutzung, Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkohol und rauchen. [1]

13. Abends eine Wärmflasche machen und damit ins Bett gehen

Die Wärme gibt mir das angenehme Gefühl von Geborgenheit – besonders an Tagen, an denen ich das besonders brauche.

14. Spazieren gehen, z. B. einmal um den Block

Spazieren gehen hilft mir besonders am Internat sehr, um zu träumen und den Kopf frei zu bekommen, sodass ich wirklich den Stress einmal hinter mir lassen kann und offen für neue Impulse bin.

15. Die kleinen schönen Dinge im Leben genießen

Auch wenn es kitschig/klischeehaft klingt: genieße die schönen und wertvollen Momente des Lebens und rufe dir positive Erinnerungen und Erlebnisse wieder ins Gedächtnis, weil diese häufig untergehen in der scheinbaren Masse dessen, was negativ ist. Wenn du noch einen Schritt weitergehen willst, kannst du auch am Ende eines Tages auf eine Situation zurückblicken, die du als negativ bewertet hast und reflektieren, ob nicht auch etwas Positives daran war. (ein Video dazu findest du hier)

16. Erweitere dein Blickfeld

Versuche auf deinem Weg zur Schule/Arbeit/nach Hause, einen altbekannten Ort mit neuen Augen zu sehen, Details in deiner Umgebung zu bemerken, die dir davor noch nicht aufgefallen sind.

Mach, was sich für dich gut anfühlt!

Dies sind natürlich nur Anregungen, was du tun kannst, um zwischendurch im Alltag gut für dich selbst zu sorgen. Dabei gilt: Mach das, was sich für dich gut anfühlt und never change a winning Team. Teile außerdem gerne in den Kommentaren, wie du gerne für dich selbst sorgst.

Ich wünsche dir noch einen wundervollen und entspannten Sonntagabend und einen besonnenen Start in die nächste Woche!

Quellen und weiterführende Ressourcen:

Titelfoto: Nora Seiler

[1] http://www.znl-ulm.de/Veroeffentlichungen/Geist_und_Gehirn/NHK16_Einsamkeit.pdf (07.11.2020, 13:22)

Einen weiteren spannenden Blogartikel zum Thema findest du hier.

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