Nur eine Maske
Nur eine Maske

Nur eine Maske

Mein Outfit strahlt Selbstsicherheit, Reife und Mut aus.

Mein Blick ist zielgerichtet.

Das Klacken meiner Schuhe hallt leicht im Gang.

Menschen blicken auf mich. Was sie sehen?

Ich weiß es nicht. Vielleicht eine junge zierliche Frau, die sicher und zielgerichtet wird. Das hoffe ich zumindest. Deshalb trete ich so auf.

Doch in mir sieht es anders aus.

Angst. Überforderung. Unsicherheit. Chaos. ein wackeliges Gerüst, das droht, umzufallen. Verletzlichkeit.

Am Gymnasium habe ich Menschen verurteilt, von denen ich den Eindruck hatte, sie spielten ihre Selbstsicherheit nur vor. Mir war (und ist es noch) immer wichtig, ehrlich zu sein, auch wenn das bedeutet, mich von meinen verletzlichen Seiten zu zeigen. Mittlerweile bin ich selbst an dem Punkt, an dem ich mir selbst und anderen Menschen etwas vorspiele, die gar nicht immer da sind: Selbstsicherheit. Ich habe jetzt, da ich in der Situation bin, auch mehr Verständnis für andere Menschen, die auch eine Maske aufsetzten. Es muss eben nicht für jede:n immer offensichtlich sein, was ich denke und wie ich mich fühle. Ich denke, dass viele Leute (mich selbst eingeschlossen) auch leicht von so viel Offenheit und Verletzlichkeit eingeschüchtert und überfordert sind. Ich finde es allerdings wichtig, mir selbst meine Angst und Überforderung einzugestehen und mich mit meinen Sorgen und Gefühlen anderen Menschen anzuvertrauen, mit denen ich mich wohl fühle. Und darauf zu achten, dass ich nicht all meine Lebensenergie darauf verwende, meine Maske aufrecht zu erhalten.

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